Common Ground

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Ziel

Common Ground ist ein Aufwärmspiel für Workshops, dass zum einen die Atmosphäre auflockern soll und zum anderen verdeutlichen soll, dass es eine gemeinsame Grundlage für die Diskussion gibt.


Funktion
  • Einstieg, bei dem auch Verspäte einsteigen können
  • Überblick über Interessen der Gruppe gewinnen
  • Möglichkeit Bezug zu eigenem Leben/Erfahrungen herzustellen


Dauer
5-10 Minuten


Vorbereitung
10 Minuten


Materialien
genug Platz um einen großen Kreis zu Bilden, Fragen für den Einstieg


Teilnehmende
max. 20, sonst evtl. aufsplitten, keine Vorkenntnisse nötig


Ablauf

Die TeilnehmerInnen stehen im Kreis. Zunächst werden die "Regeln" erklärt:

  • Es wird ein Statement vorgelesen.
  • Wer zustimmt macht einen Schritt nach vorne.
  • Wer nicht zustimmt bleibt stehen - kein Schritt zurück.

Dann wird darauf hingewiesen, dass sich die Leute dadurch natürlich in die Mitte bewegen. Menschen denen das unangenehm wird, können jederzeit einfach aussteigen. Das kann auch allgemein für den Workshop gesagt werden. Wir wollen niemanden zum teilnehmen nötigen. Wer sich unwohl fühlt, kann aussteigen, oder das auch gerne thematisieren. Solches Feedback ist wichtig für zukünftige Workshops.

Sind alle in der Mitte angekommen, reichen sie sich quer durcheinander die Hände und müssen sich dann ohne loszulassen entknoten. Manchmal entstehen mehrere Kreise, die sich auch überlappen können. Als Moderation macht es manchmal Sinn, kleinere entknotete Kreise aus den anderen "rauszunehmen", damit die anderen sich entknoten können. Wenn das ganze nicht klappt hilft manchmal der Hinweis, dass es das letzte mal ganz schnell ging, als die Leute angefangen haben zu mogeln...


Beispiele

Dies sind Aussagen, die wir für Common Ground in Workshops genutzt haben:

  • Mich interessiert vor allem, was die G8 sind und tun.
  • Ich möchte etwas über die Entwicklung des Widerstandes gegen die Gipfel wissen.
  • Der G8 2007 in Heiligendamm und die Kampagnen dazu interessieren mich sehr.
  • Ich hasse gruppendynamische Spielchen.
  • Ich fühle mich von den G8 angemessen in der Weltpolitik vertreten
  • Ich war schon mal auf einem Gipfelprotest
  • Ich will mal hin.
  • Wenn alle G8-Chefs Frauen wären, wäre die Welt ein besserer Ort.
  • Ich habe das Gefühl, dass ich kaum Einfluss auf die Wirtschaft oder die Politik habe.
  • Das ärgert mich.
  • Ich trinke fair gehandelten Cafe oder Tee
  • Ich glaube das reicht nicht, um wirklich etwas zu verändern.


Variationen
  • Anstatt nur Statements vorzulesen, können auch die TeilnehmerInnen Statements abgeben, die sie nicht unbedingt selbst vertreten müssen, aber interessant finden.

Diese Variante ist SEHR ANSPRUCHSVOLL. Sie fordert sehr viel von den Teilnehmenden. Vielleicht zur Eröffnung eines 2. Workshopteils oder so geeignet, wenn es vorher eine Ankündigung gab.

  • Oder zunächst still Statements auf Zetteln sammeln, und dann Common Ground.


Kritik

Common Ground ist manipulativ. Mensch sollte sich bewusst sein, dass die Methode sehr viel suggeriert zum einen durch die Auswahl der Statements, zum anderen durch den Ablauf:

  • Gemeinsamkeiten feststellen und gemeinsam ein Problem lösen. Das ist beabsichtigt, um eine positive Gruppendynamik für den Workshop zu schaffen!
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